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Basel III – Druck auf die Banken wegen Geschäftsimmobilien

Die Banken in Europa stehen vor der Aufgabe, die Kapitalanforderungen der EU erfüllen zu müssen. In Zeiten, in denen das Bankensystem bereits zwei Mal dazu beigetragen hat, eine Wirtschaftskrise auszulösen und zu verschärfen, sind Regelungen in Sachen Eigenkapital zweifellos mehr als angebracht. In diesem speziellen Fall geht es um die Regelungen für Basel III, die vorsehen, dass die Banken mehr Kreditkapital vorhalten müssen, das aus Geschäftsimmobilien stammt. Für einige Kreditinstitute heißt das, dass sie viele Immobilien abstoßen werden.

Weil viele Banken seit einiger Zeit offenbar darauf bedacht sind, die interne Abwicklung von Krediten zu stärken, haben die Impulse, Geschäftsimmobilien abzusetzen, wohl schon begonnen. Doch laut der deutschen Ausgabe des Wall Street Journal wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Gewerbliche Anleger sehen den zu erwartenden Verkäufen hoffnungsvoll entgegen; sollte sich der Markt wie erhofft entwickeln, dann könnte das langfristig auch für private Investoren im Wohnungssegment bzw. Käufer von Häuser und Wohnungen einen Vorteil bescheren. Denn würde es im Gewerbeimmobilienmarkt einen Boom geben und damit einen Preissprung, würde der derzeit exorbitanten Beschleunigung der Marktpreise im Wohnsektor womöglich ein wenig der Druck genommen; die Zinsen könnten dann weniger stark ansteigen. Doch noch ist das alles spekulativ.

Doch: Es gibt nicht nur gute Aussichten zu dieser Meldung. So kommt etwa der Immobiliendienstleister CBRE Group zu der Einschätzung, dass die von Banken verkauften Vermögenswerte für 2012 hinter den Werten aus dem Vorjahr – immerhin 20 Milliarden Euro – zurückbleiben werden. CBRE stellte jüngst fest, dass zurzeit zwar Geschäfte in Höhe von elf Milliarden Euro am Markt angedacht sind, doch bisher wurden in diesem Jahr erst 7,5 Milliarden Euro an Vermögenswerten umgesetzt. Immerhin stehen momentan einige spannende Deals mit Gewerbeimmobilien an.

Zu nennen wäre hier etwa das britische Gewerbeimmobilienpapier namens Gemini. 920 Millionen britische Pfund ist das Papier wert, umgerechnet grob 1,15 Milliarden Euro. Zu Gemini gehören etwa 35 Bürogebäude, Lagerhallen und Einkaufszentren, doch ein Fünftel der Immobilien stehen leer. Nun wird ein Vermögensverwalter (von Deloitte) darüber entscheiden, wer den Zuschlag bekommt; Leidtragender wird wohl die britische Immobilienfirma Propinvest sein, offizieller Eigentümer der Gewerbegebäude. Auch in den Niederlanden kündigt sich ein größeres Geschäft an, dort will ein aus sechs Banken bestehendes Konsortium über 40 Bürogebäude abstoßen. Unter den Immobilien befindet sich auch das Fußballstadion des Club Vitesse Arnheim, das 25.000 Zuschauer fasst. Ende Oktober kommen die Immobilien in Amsterdam unter den Hammer, schon jetzt spricht man von einer der größten Auktionen, die es in den Niederlanden je gegeben hat.

Das sind nur zwei aktuelle Beispiele sogenannter Not leidender Papiere, zu denen die Analysten unterschiedlicher Meinung sind. Die einen glauben, dass auf dem Markt noch nicht genügend dieser Papiere kursieren, andere wiederum denken eher, dass die Öffentlichkeit Transaktionen in diesen Größenordnungen zu selten mitbekommt. Im Wall Street Journal lässt sich Markus Meijer, Geschäftsführer der britischen privaten Immobilienverwaltung Meyer Bergman, mit den Worten zitieren: „Fast alle notleidenden Papiere werden nicht auf dem freien Markt verkauft.“

Ein anderes Problem liegt nach Auffassung vieler Analysten in dem Umstand verborgen, dass die Banken, die im Besitz der Papiere sind, deren Wert als viel zu hoch einschätzen. Zwar wollten die Banken verkaufen, doch hätten sie überzogene Erwartungen an den Erlös. Das werde sich nach Ansicht von Ajay Rawal von der Finanzberatung Alvarez & Marsal allerdings bald wenden, und zwar zum Guten. Denn die „Differenz zwischen den Preiserwartungen der Käufer und der Verkäufer ist kleiner geworden“, so Rawal.

 

 
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